Ihr Lieben, bitte entschuldigt die relativ lange Sendepause - die Winterdepression hat mich wieder. Na ja, nicht ganz, aber kürzer werdende Tage, vor allem trübe solche, drücken mir auf die Stimmung und machen mich schläfrig. Trotz Antidepressivum. Deshalb hatte ich bisher nicht die Energie, das Rezept vom vorigen Wochenende wie angekündigt zu posten.
Es hat jedenfalls sehr gut geschmeckt. Ich hoffe euch schmeckt es auch.
Leider geht das nicht ohne Rotwein, aber wenn man keinen Alkohol verwenden möchte, kann man ja ersatzweise alkoholfreien Wein nehmen. Achtung: Auch der ist nicht geeignet für "trockene" Alkoholiker:innen! Etwas anderes hab ich selbst noch nicht probiert, da müsstet ihr selbst experimentieren. Kürzlich las ich irgendwo, dass man Heidelbeer-Muttersaft (d.h. puren Heidelbeersaft ohne Wasser oder Zucker) anstelle von trockenem Rotwein verwenden kann. Könnte ich mir evtl. vorstellen. Wo man sowas kriegt, weiß ich allerdings nicht. Ingwer eignet sich ebenfalls, um eine Anmutung von Alkohol zu fabrizieren. Ich würde dafür entweder Ingwertee oder direkt gepressten Ingwersaft nehmen. Das erzeugt ein Wärmegefühl im Bauch. Vorsicht mit der Schärfe! Dazu wahrscheinlich etwas mehr Tomatenmark für die dunkle Farbe. Wenn man am Herd und nicht in der Mikrowelle kocht, kann man das Tomatenmark auch anrösten.
Das Wildgewürz, das ich nach einiger Suche entdeckt habe, enthält eine Fülle an Zutaten, die ich so nicht oder nur mit sehr viel Mühe selber zusammenmischen könnte. Alle klassischen Wildgewürze inklusive Wurzelgemüse sind da schon drin. Ich mag es.
Zutaten für 2 Personen:
• 50g Sojageschnetzeltes
Marinade:
• 2 gehäufte Tl Kotany Wildgewürz
• 1 El Zwiebelpulver
• 1 Tl geräuchertes Paprikapulver
• 1/4 Tl Zimt
• 200 ml trockener Rotwein
• 2 El Sojasauce
• 2 El Tomatenmark
• 1 Tl Balsamico
• 1 Tl Waldhonig
• heißes Wasser aus dem Wasserkocher
• außerdem: 2 El Rapsöl
• 100g TK Eierschwammerln (Pfifferlinge)
• 1 El Wasser
• 1 El Butter oder Butterschmalz
• 500g Kartoffelgnocchi (ich hatte glutenfreie mit Reis- und Maismehl statt Weizenmehl)
• Wasser
• 1 El Butter oder Butterschmalz
• n.B. Wildpreiselbeeren aus dem Glas als Beilage
Zubereitung:
- Sojaschnetzel in ein mikrowellengeeignetes, ausreichend großes Gefäß mit Deckel geben und mit den trockenen Gewürzen vermischen. Rotwein in der Mikrowelle erhitzen, dazugeben, Sojasauce, Balsamico und Honig unterrühren, wenn nötig Flüssigkeit mit heißem Wasser ergänzen. 30 Minuten (oder länger) zugedeckt durchziehen lassen, dabei mehrmals umrühren.
- Eierschwammerln mit etwas Wasser in der Mikrowelle zugedeckt ca. 5 Minuten auf hoher Stufe garen, umrühren, leicht salzen, Butter oder Butterschmalz untermischen.
- Gnocchi in Wasser zugedeckt ca. 8-10 Minuten in der Mikrowelle garen,
dazwischen mehrmals umrühren. Das Wasser sollte am Ende kurz aufwallen.
An diesem Punkt muss man vor dem Gerät lauern, damit nichts übergeht.
Danach die Gnocchi in ein Sieb abgießen, kurz mit kaltem Wasser abspülen,
in eine Schüssel geben (allenfalls das Kochgefäß dafür ausspülen) und Butter
oder Butterschmalz untermischen. (Meine Gnocchi haben ziemlich viel Eiweißschaum abgesondert, vielleicht ist das bei anderen Sorten ja anders.)
- Die marinierten Sojaschnetzel ca. 10-15 Minuten auf höchster Stufe zugedeckt in der Mikrowelle garen, dazwischen 1-2 Mal umrühren.
- Kurz vor Ende der Garzeit Eierschwammerln untermischen und Rapsöl zugeben. Dann noch mal einige Minuten (gern auch länger) durchziehen lassen, damit sich die Aromen verbinden. Eigentlich ist es am besten, man macht das ein bisschen früher und erhitzt es nachher noch mal auf Esstemperatur. Wenn nötig mit Salz oder Sojasauce abschmecken.
- Gnocchi dazugeben und gemeinsam noch einmal erwärmen.
Wildpreiselbeeren getrennt servieren. (Hab ich diesmal vergessen.)
Dazu
passt Vogerlsalat (in Deutschland heißt das glaub ich Rapunzel) mit in der Hand zerbröselten Walnüssen und ein paar halbierten, kernlosen oder entkernten blauen Weintrauben in einer Marinade aus Orangensaft, etwas geriebener
Orangenschale oder Orangenzesten, frisch gemahlenem buntem Pfeffer, Kräutersalz und Kürbiskernöl. Die Marinade in
einem kleinen Schraubglas durchschütteln und kurz vor dem Servieren über
den Salat geben.
(Das war die Idee. Ich hatte grad weder Trauben
noch Orangen und wir haben uns mit einer schlichten Marinade aus
Zitronensaft, Kürbiskernöl und Kräutersalz begnügt. Hat uns trotzdem gut geschmeckt.)
Für ein veganes Gericht die Butter bzw. das Butterschmalz durch Rapsöl oder Olivenöl ersetzen.
Variation:
ca 50g klein gewürfeltes stark geräuchertes Tofu zu den Sojaschnetzeln
in die Marinade geben. Hatte ich eigentlich vor, hab's aber wie die
Preiselbeeren vergessen. Das wäre näher an dem Rezept gewesen, das mir als Anregung diente, hat aber nicht gefehlt. Mit
Tofubeigabe muss man wohl mit Sojasauce und Tomatenmark vorsichtiger
sein, damit das Ganze nicht zu salzig wird.
Anregung kommt von hier: https://www.kuechengoetter.de/rezepte/rehragout-mit-pfifferlingen-und-spaetzle-67634

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