Grundsätzlich koche ich kreativ und ungehemmt und bevorzuge von jeher einfache Sachen, weil ich große Patzerei nicht mag. Für mich allein sowieso nicht, aber auch für Gäste halte ich es eher schlicht. Stundenlang in der Küche stehen war nie mein Ding.
Ich hab einen neugierigen Gaumen. Beim Kochen hab ich manchmal das Problem, dass ich mich über eine gewisse Gewürzmenge nicht drübertraue. Dann schmeckt das halt nicht so wie es soll. Wird aber besser, je mehr Erfahrung ich sammle. Derzeit experimentiere ich viel. U.a. mit Sojaschnetzel und da hab ich festgestellt, dass man sehr heftig würzen muss, damit es nach was schmeckt. Soja nimmt wunderbar jeden Geschmack an, ist aber von sich aus sehr geschmacksneutral.
Experimentiert hab ich schon immer. Außerdem bin ich versiert in der faulen Single-Küche. Und darin, Zeugs zu kochen, das ich vertrage. Ich hatte langezeit extreme Probleme mit Pollenallergie und dadurch bedingter zeitweiliger Histaminunverträglichkeit. Fragt nicht. Fad, fader, fadest. Aber Gemüsereis geht immer.
Es hat mir auch schon immer Spaß gemacht, Rezepte aufzuschreiben. Begonnen hab ich wohl, weil ich meine Kreationen sonst vergessen hätte. Dann hatte ich so Ideen wie Nichtköch:innen das Kochen nahezubringen. Mein Ex war ein ausgeprägter Nichtkoch. Inwzischen kann er einiges ... nicht nur Grillen. Eine vegetarische Ehefrau bewirkt was bei ausgeprägten Fleischtigern. :)
Aber ich schweife ab. Kochstil. Ich bin eklektizistisch und launenhaft. Ich nehm was mir grad unter die Finger kommt und mach draus irgendwas Passendes oder auch weniger Passendes. Ich lese seit jeher gern Rezepte, koche sie aber selten direkt nach. Ich hol mir Anregungen. Und dann mach ich daraus, was mir einfällt. Meistens Crosscooking, also querbeet durch alle Küchentraditionen.
Ich würd ja ganz gern richtige "Länderküche" kochen. Irgendwie. Aber dann doch wieder nicht. Ist mir zu mühsam und zu regelhaft.
Meine Mutter hatte dieses Ding ... das gehört so und so und nicht anders. Ich kann kein einziges Rezept von ihr "fehlerfrei" kochen. Es war immer was falsch.
Okay, ich glaub ich kann einen Erdäpfelschmarrn nach Mama. Serbische Bohnensuppe dagegen? Die hab ich vergeigt, als ich ca. 14 war. Bohnen zu früh reingegeben. Keine Chance, jemals herauszufinden wie das geht. :D
Ich hab in den Ferien kochen gelernt. Die Mama war beschäftigt und stand nicht daneben. Meinen ersten Herd musste ich sachgemäß mit Holz feuern. Wenn ich nicht weiter wusste ging ich ins Nebenzimmer und hab gefragt. Learning by doing.
Später irgendwann kam die Emanzipation. So quasi. Pasta aschiutta darf auch anders gekocht werden als bei Mama. Mama, wieso ist das Kartoffelpüree grün und schlatzig. Mama, wie macht man das. Ich vermisse sie noch immer. Sie war so alt wie ich jetzt bin, als sie starb. Jünger. Ich hab sie schon um ein paar Monate überlebt.
Sorry, wieder abgeschwiffen.
Da sind noch ein paar Dinge, die ich euch sagen wollte. Ich möchte ja, dass ihr das Zeugs was ich hier poste nachkochen könnt.
Wer damit keine Probleme hat: geschälte und geschnittene Zwiebel lässt sich meinen Informationen nach mühelos in der Mikro garen und dann dem Gericht zugeben, ganz in der Weise, in der ich alles mache: Stück für Stück zusammenfügen.
2. Mengenangaben: Ich wiege nichts ab, sondern mache das weitgehend intuitiv. Wenn ich für Gäste koche, mache ich vorsichtshalber eher eine Portion mehr. Ich denke, die Mengenangaben passen in etwa. Bei Gewürzen muss man ausprobieren, ich bin da eher vorsichtig, also im Zweifelsfall könnt ihr ruhig mehr nehmen.
Beim Fett könnt ihr dagegen eher reduzieren, ich bin ja grad krebsbedingt auf einer ziemlich fettreichen Diät.
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Huch. Ganz schön üppig geworden, dieser Post. Tschuldigung.
Bild: Spontanes Foto von einem Bild, das auf meinem Regal steht. Es ist in echt schöner.

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