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Was geht?

Ich mein das jetzt nicht slangmäßig im Sinne von "was geht ab" ;-). Sondern im Sinne von: Was funktioniert, was vertrage ich, was darf ich ... sowas halt.

Es gibt Sachen, die bei Krebs (oder zur Krebsprävention) gut tun, und welche, die man eher meiden sollte. Heißt nicht, dass sie absolut verboten sind - die Menge macht das Gift. Und bei mir kommt dann eben noch die Milchunverträglichkeit dazu.

Erfreulicherweise hat meine Lektüre ergeben, dass ich all die Dinge, die mir gut tun, sehr gern mag. Obst (Beeren, Äpfel, Nektarinen ...), Tomatenmark, Brokkoli, schwarze Schokolade, grünen Tee usw. Ich will euch jetzt nicht mit dem Wiederkäuen meines Lesestoffs langweilen. Bei Interesse empfehle ich:

Und nein, ich halte mich nicht für eine Expertin, weil ich bisher anderthalb Bücher zum Thema gelesen hab. ;-) (Die Himbeeren sind noch nicht abgeschlossen.) Ersuche außerdem darum, nicht über die A...-Links zu diskutieren. Sind halt praktisch.

Was nicht geht (oder halt nicht soll) 

... und da könnte jetzt für den einen oder die andere von euch was Neues, Interessantes dabei sein:

  • Nitritpökelsalz - und somit eigentlich alle geräucherten Wurstwaren inklusive Schinken. Vorsicht: Manchmal ist Natriumnitrit nicht als Pökelsalz, sondern als Konservierungsstoff angegeben. Es hat die E-Nummer 250. Nitrit ist kreberregend und krebsfördernd. Ich hab bisher einen Rohschinken entdeckt, der das nicht enthält, sondern ausschließlich Fleisch und Salz. Ausgerechnet von der Billa Billigmarke Clever. Schmeckt gut. Besonders gesund ist er natürlich trotzdem nicht, da sehr salzig ... und ...
  • Rotes Fleisch. Das ist zwar kein absolutes No-Go, aber etwas, was nicht gut tut. Also Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Wild, Känguruh ...wasweißich. Wenn Fleisch, dann besser Geflügel. (Ist für mich kein Problem, da ich eh nicht so auf Fleisch steh.)
  • Zucker und Weißmehl. Krebszellen ernähren sich davon und fressen uns die Kalorien weg. Falls das wer noch nicht weiß: Alkohol wird im Körper umgehend zu Zucker verarbeitet. Also ... ja, das leckere Glas Bier auch. Hat er (der Tumor) seine helle Freude dran.
  • Manche Fette. Z.B. - und das war für mich überraschend - Sonnenblumenöl. Das gilt ja gemeinhin als gesund. Aber: Es enthält Omega-6-Fettsäuren in großer Menge, und die sind bei Krebs nicht gut. Das ist ziemlich blöd, weil viele gesunde Produkte große Mengen Sonnenblumenöl enthalten. Fast ebenso ungesund für Krebs:innen ist übrigens Maiskeimöl und Sojaöl.

Ich hab vermutlich irgendwas vergessen, aber egal. Wenn es mir einfällt und es wichtig ist, sag ich's euch.

Was mir nirgends begegnet ist, sind "schädliche" Obst- oder Gemüsesorten. Ich darf (angeblich) einiges wegen meines Ileostomas nicht essen. Da bin ich noch am testen. Was bläht, bläst das Sackerl auf - aber das tut vor allem frisches Schwarzbrot, und vor dem hat mich niemand gewarnt. Faserige Sachen wie Spargel oder Ananas können angeblich das Stoma verstopfen. Verstehe nicht wirklich warum. Wenn der Darm normal funktioniert, geht das Zeug ja auch durch. Und ja, ich hatte schon mal Verstopfung durch zu viel faserige Kost (in dem Fall holzige Fisolen), aber hey, ich bin doch kein Trottel. Insofern ist wahrscheinlich auch diese Info vernachlässigbar und ich kann Spargel essen, wenn ich ihn gut kaue und das holzige Zeug ausspucke (was ich sowieso immer schon gemacht hab). :-D 

Selbiges gilt für die Warnung vor Zitrusfrüchten und überhapt allem, was sauer oder scharf ist. Ich bin bei der Stomaversorgung so sorgfältig, dass  normalerweise eh nix auf die Haut kommt, und der Darm ist ja eh dafür vorgesehen und daran gewöhnt. 

Sorry falls das jetzt jemand unappetitlich findet. Für mich ist es derzeit halt einfach Normalität, dass ein Stück Darm aus mir raussteht und die Endverdauung managed. (Wie schreibt man das? Wahrscheinlich irgendwie anders, aber wurscht.) Er macht das sehr gut. Ich mag mein "Würmchen". :-)

Was gut ist

 Tomaten

  • Tomaten. In jeglicher Form, aber besonders als Tomatenmark. Sie enthalten Lycopin (wer wissen will was das ist googelt es) und das ist gut gegen Krebs. Und es trifft sich gut, dass ich Tomaten mag. :-)
  • Beeren. Nicht nur Him-, sondern auch Brom- und Heidelbeeren. Und Äpfel, die nämlich eigentlich auch zu den Beerenfrüchten zählen.  Und Zwetschgen, Nektarinen, Birnen ... also irgendwie all die tollen Öbster, die ich eh gern esse. 
  • Brokkoli. (Ich wusste es, ich wusste es, ich wusste es. Ich liebe Brokkoli und könnte mich darin eingraben.)
  • Knoblauch und Zwiebeln. Okay, das muss ich mal vorsichtig testen. Ich liebe beides, aber wie sich das mit dem Stoma verträgt, weiß ich noch nicht. Tendenziell wirken die zwei beiden ja blähend und laut Stomadingsbumsanweisung sollte ich sie meiden wie die Corona meines Nachbarn. Mal sehen. Mein Tumor würde sich jedenfalls nicht freuen, wenn ich auf einmal Knoblauch futtere, als hätte ich Angst vor Vampiren. (In gewisser Weise ist der Tumor ja auch ein Vampir. Er saugt Lebenskraft. Blut ja auch. Vielleicht heißt es deshalb, dass Knoblauch gegen Vampire hilft?)
  • Soja. Wie praktisch - ich bin zwar jetzt nicht der absolute Soja-Fan, aber wenn man viel Eiweiß braucht und Milchprodukte grad keine Option sind, ist das echt gut. 
  • Grüner Tee, der  mindestens 10 Minuten zieht. Hmm, lecker. 
  • Dunkle Schokolade mit mindestens 70% Kakao-Anteil. Hallo, hat hier wer meine geheimen Wünsche gelesen?

Ich könnte das noch fortsetzen, aber darum geht es nicht. Was ich sagen und zeigen wollte ist, dass die Ernährungsempfehlungen cool sind. Abgesehen von allem anderen gab es in dem erstgenannten Buch die Empfehlung, sowieso alles zu essen was man mag. (Krebs:innen neigen zu Appetitlosigkeit, Übelkeit etc. Zum Glück bin ich davon bisher nicht betroffen.)

Was ich auch sagen möchte ist: Warum sagt einem das niemand im Spital? Warum müssen wir Krebsis das selber rausfinden? Fällt einem Onkologen der Schwanz ab, wenn er sich mit Ernährungsfragen beschäftigt? (Ich erwäge ernsthaft, das mal im Spital zu fragen. Na ja, nicht den Herrn Stationsarzt wahrscheinlich.)

Abgesehen davon fühl ich mich übrigens super betreut. Heute war ich zum CT und vorher und nachher auf der Onko-Ambulanz zum Anstechen und Plombieren meines Port-A-Cath, hab eine meiner behandelden Ärztinnen flüchtig gesehen und sie hat mir zugewinkt, und insgesamt sind dort einfach alle nett und freundlich. Wollt ich nur mal sagen, damit keine:r denkt, die Klinik Hietzing kümmert sich nicht ordentlich. :D 

Wo waren wir? Ah ja. Tomaten. ;-D

Demnächst mehr in diesem Theater.


Bild:  ha11ok (pixabay)

 

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